Internationale Kommunikation – Diese länderspezifischen Regeln müssen Sie bei Ihrer SMS Kampagne beachten

Kommunikation kennt keine Grenzen: Wenn Sie eine internationale SMS Kampagne planen, sollten Sie jedoch einige wichtige Details beachten und wissen, in welchen Ländern welche Restriktionen gelten.

Weltweit gelten verschiedene Gewohnheiten, Vorschriften und Optionen – dies betrifft auch das Senden und Empfangen von SMS. Sie möchten gezielt Kunden, Geschäftspartner oder externe Mitarbeiter im Ausland ansprechen? Dann berücksichtigen Sie am besten die folgenden Hinweise, die wir für Sie zu den wichtigsten Länder zusammengefasst haben. Im Anschluss an die ausführlichen Informationen finden Sie eine umfangreiche, nach Kontinent geordnete Übersicht.

SMS innerhalb Deutschlands

Hierzulande können Sie wie gewohnt sowohl alphanumerische (11 Zeichen) als auch numerische Absender-IDs verwenden. Shortcodes wie z.B. 12345 als Absender werden jedoch häufig nicht richtig zugestellt und der Erfolg Ihrer SMS Kampagne könnte erheblich leiden. Es mag Sie überraschen, aber diese „Auswahlfreiheit“ ist nicht in jedem Land üblich. Gleiches gilt für die Registrierung des Absenders: In vielen Ländern ist eine Absendervoranmeldung erforderlich – nicht aber in Deutschland.

Bevorzugen Sie zudem lieber deutschsprachige Nachrichten, diese gelten als vertrauenswürdiger. Englische SMS oder fehlerhafte Übersetzungen werden vom Empfänger oftmals einfach ignoriert.

Eine personalisierte Anrede stärkt ebenfalls die Kundenbindung und vermittelt dem stets auf Sicherheit bedachten Deutschen mehr Vertrauen. Er kann nun davon ausgehen, dass der Absender der Nachricht ihn persönlich meint und kennt. Mit einem professionellen Gateway können Sie selbst Massen SMS optimal personalisieren und diese sicher, schnell und zuverlässig versenden.

Seit April 2016 werden zudem soziale Einladungen vom Netzbetreiber T-Mobile blockiert.

SMS nach Frankreich

Alle Formen von Absender-IDs werden in Frankreich nur unter strengen Auflagen unterstützt. Welche dieser Formen Sie wählen, hängt von Ihrem Vorhaben ab.

  • numerische IDs: erlaubt sind nur lange, virtuelle Nummern um Identitätsbetrug zu vermeiden. Andernfalls werden numerische Absender automatisch durch Shortcodes ersetzt (Ausnahme ist der Netzbetreiber LycaMobile, der diese durch lokale Nummern ersetzt)
  • alphanumerische IDs: diese werden je nach Netzbetreiber nur zwischen Mo – Sa von 08:00 bis 20:00 Uhr Ortszeit zugestellt. Sonderzeichen sind nicht zulässig und werden entweder durch eine Escape-Sequenz ersetzt oder die Nachricht wird ganz abgewiesen. Unicode wird zwar für alphanumerische Absender unterstützt, allerdings nicht immer zuverlässig. Sollte die Nachricht Netzwerknamen enthalten wird sie prinzipiell abgelehnt. Das Netzwerk NRJ überschreibt Alphawerte mit einem Shortcode. Lange virtuelle Nummern können diese Filter erfolgreich umgehen.

Beachten Sie außerdem bei Two-Way-Messaging, dass ausgehende Nachrichten von französischen langen virtuellen Nummern alle 2 Sekunden um 1 SMS gedrosselt werden.

Marketing-Inhalte müssen zudem am Ende der SMS „STOP au 36179“ enthalten, damit sie nicht gefiltert werden. Diese implementierte Abmeldefunktion soll dem Empfänger jederzeit die Möglichkeit geben, sich aus Ihrem Verteiler abmelden zu können. Das Opt-out ist obligatorisch. Ebenso dass Marketing-Kampagnen nicht an Sonntagen und Feiertagen zwischen 20:30 und 08:00 Ortszeit gesendet werden.

Wenn Sie eine internationale SMS nach Frankreich senden, ist es weiterhin unerlässlich diese ins Französische zu übersetzen. Der Grund: Franzosen mögen es überhaupt nicht, Nachrichten in Englisch oder irgendeiner anderen Sprache zu bekommen.

SMS nach China

Auf diesem riesigen und schnell wachsendem Markt für Mobile Messaging ist es auf Grund zahlreicher Filter nicht einfach, internationale SMS Kampagnen zu platzieren. Günstige Routen werden zum Teil einfach zurückgewiesen, Absender-IDs gefiltert und Inhalte zensiert.

  • internationale IDs werden durch numerische Absender ersetzt
  • Die Zeichensatzlänge für Unicode beträgt maximal 70 Zeichen, für GSM 160 Zeichen. Verkettungen mehrerer SMS werden unterstützt, jedoch verkürzt sich der Zeichensatz entsprechend.
  • Inhalte, die unter Jugendschutz fallen, politisch oder religiös ambitioniert sind, werden blockiert. Die chinesische Regierung gibt dazu spezielle Keywords vor, nach denen gefiltert wird. Auch Glücksspiele, Bildung, Immobilien, Migration, Finanzierung, Gesundheitswesen, Alkohol und Werbung sind unzulässige Themen.
  • arabische Zeichen werden in keinem der chinesischen Netze unterstützt
  • binäre Codierung, WAP-Push-Nachrichten und verkettete SMS werden je nach Routing nicht oder nur zum Teil unterstützt
  • doppelte Nachrichten können innerhalb eines Tages nicht an den selben Empfänger gesendet werden, zulässig sind maximal 10 SMS mit unterschiedlichem Inhalt  pro Tag pro Empfänger

Über ein professionelles SMS Gateway können Sie jedoch bessere Verbindungen nutzen, sofern diese registriert sind.

SMS nach Indien

Indien ist ein sehr komplexer Markt für internationale SMS Kampagnen und gibt eine Reihe diverser Restriktionen vor.

  • alphanumerische Absender-IDs: Die Voranmeldung ist obligatorisch. Zudem muss die ID 6 Zeichen lang sein und mindestens 25.000 SMS pro Monat übertragen. Für die Registrierung wird empfohlen, sich an einen professionellen Provider zu wenden, der eine entsprechende HTTP API bereit stellt.
  • Speziell für Indien ist zudem das Voranstellen zweier Buchstaben, wodurch Absender und Gateway identifiziert werden sollen: eine ID mit z.B. „VD-SMS“ wird demnach vom Netz Vodafone übertragen und in die Region Dehli. „AP-SMS“ steht für das Netz Airtel und die Region Punjabi, usw.
  • ein Großteil der internationalen Absender werden dennoch überschrieben, um die Zustellung zu gewährleisten
  • nicht registrierte IDs werden durch einen lokalen Shortcode ersetzt

Neben den Netzwerkfiltern gilt in Indien noch eine NDNC-Registrierung, in die sich alle Empfänger eintragen lassen können. Nachrichten von nicht registrierten IDs an Nummern, die in dieser Do-Not-Call-Liste vermerkt sind, werden automatisch blockiert. Sie können Empfängernummern vorab dahingehend in der Telecom Regulatory Authority of India registry prüfen.

Zusätzlich werden für Marketing SMS klare Zeitfenster vorgegeben. Erlaubt ist die Zustellung zwischen 09:00 und 21:00 Uhr. Danach landen die Nachrichten in einer Warteschlange bis zum nächsten Tag, werden aber trotzdem voll berechnet.

Auch Spamfilter sind aktiv und blockieren alle Nachrichten, die mehr als 6 mal an dieselbe Nummer binnen einer Stunde gesendet werden. Auf der anderen Seite können Empfänger selten mehr als 200 SMS pro Tag über eingehende Streams erhalten.

Aus politischen Gründen werden aktuell Nachrichten an die Jammu- und Kaschmir-Netzwerke grundsätzlich seitens der Regierung gesperrt.

SMS nach Russland

Billige Verbindungen für Mobile Messaging nach Russland werden stark gefiltert. Selbst legitime A2P-Nachrichten kommen häufig nicht an. Daher empfiehlt es sich unbedingt einen Provider mit direkter HTTP API Anbindung und adaptivem Routing zu nutzen. Dabei werden mehrere Routen ständig getestet und bei Problemen kann kurzfristig auf eine alternative Verbindung ausgewichen werden, damit internationale SMS wie gewohnt schnell und zuverlässig ankommen.

Seit 2013 filtern russische Carrier zudem numerische Shortcodes sowie nicht registrierte Absender-IDs. Um solche Filter zu umgehen, werden die IDs überschrieben.

Alphanumerische IDs können dagegen vorangemeldet werden, sofern das Volumen mehr als 1 Mio. SMS pro Monat beträgt.

Inhaltlich gelten in russischen Netzwerken ebenfalls zahlreiche Restriktionen. Unter anderem sind soziale Einladungen und Themen wie Glücksspiel verboten. SMS, die eine URL enthalten, werden in der Regel als Spam eingestuft und folglich blockiert.

SMS nach Südafrika

Ein Land, dass sich immer mehr dem SMS Boom anschließt und noch viel Kundenpotential birgt, ist Südafrika. Hier werden internationale Absender-ID jedoch meist mit einem zufälligen, nationalen Long-Code überschrieben, um die Zustellung zu gewährleisten. Dynamische Absender-IDs sind nicht möglich. Somit lassen sich Marketingkampagnen zum Teil recht schwer platzieren.

Zentraler Verteiler ist eine unabhängige Organisation namens WASPA, an die alle MNOs ihre regulatorischen Pflichten weiterreichen.

Parallel gibt es in Südafrika einen expliziten Verhaltenskodex zu Inhalten und Nachrichtentypen. Darin ist z.B. festgelegt, dass an Wochenenden und Feiertagen nur zwischen 9 und 13 Uhr und an allen anderen Tagen nur zwischen 8 und 20 Uhr Direktmarketing erfolgen darf. Es sei denn der Empfänger stimmt ausdrücklich anderen Vereinbarungen zu.

Inhaltliche Restriktionen betreffen sowohl Themen, die unter Jugendschutz fallen als auch politische und religiöse. Begriffe wie „Preis“ und „Gewinn“ sollten ebenfalls gemieden werden. Zudem sind Missbrauch, Spam und Phishing untersagt.

Dedizierte Rufnummer und sogenannte Shared-Nummern sind in Südafrika prinzipiell erlaubt. Unicode, Verkettung von Nachrichten sowie DLR werden zuverlässig unterstützt.

SMS nach Brasilien

Brasilien war schon immer recht kompliziert in Bezug auf SMS Versand. Der Grund: Die lokalen Mobilfunkanbieter blockieren internationale SMS bzw. unterstützen sie einfach nicht. Kein Routing scheint so richtig funktionieren, geschweige denn stabil zu sein. Provider mit Direktverbindungen und zusätzlichem adaptiven Backups erreichen noch die best mögliche Qualität.

Absender-IDs werden in einen festen Shortcode geändert oder in eine lokale Nummer, um einen Großteil der Filter zu umgehen.

Inhaltlich sieht es ähnlich begrenzt aus: Marketing, Politik und Religion gehören zu den unzulässigen Themen. Auf Unicode und binäre Formen sollte man besser gleich verzichten, da diese nicht unterstützt werden.

Beachtet Sie bitte auch, dass Festnetzanschlüsse auf Grund der Beschränkungen des Mobilnummernplans ständig in Mobilnummern umgewandelt werden. Die Portierungsinformationen werden nur einmal pro Monat aktualisiert, so dass es zu Verzögerungen kommen kann, wenn diese Informationen aktuell werden.

SMS in die USA und nach Kanada

Für die USA und Kanada gelten sehr spezifische SMS Restriktionen, sodass eine Direktverbindung notwendig ist, um die internationale SMS-Übertragung an jedes der zahlreichen Netzwerke sicher zu stellen.

Absender-IDs müssen entweder eine in den USA vorab genehmigte lange Nummer oder ein Shortcode sein. Alphanumerische IDs werden nicht unterstützt. Dies sollten Sie je nach Kontext Ihrer SMS Kampgane entscheiden:

  • Für P2P wählen Sie am besten lange, virtuelle Nummern. Solche erhalten Sie auf Wunsch von Ihrem Provider. Binäre Formate werden nicht unterstützt, Unicode größtenteils, aber eben nicht zuverlässig in alle Netze. Auch Euro-Zeichen und einige Akzente sind problematisch. Darüber hinaus können Sie maximal 1 SMS pro Sekunde und pro virtuelle Nummer in die USA oder nach Kanada senden. Dies legen die lokalen Carrier fest. Wer schneller sendet, wird zurück gewiesen. Sollten Sie dennoch einen höheren Durchsatz benötigen, können Sie mehrere registrierte Absender verwenden und Ihren Datenverkehr entsprechend aufeilen. Virtuelle Nummern sind mit ca. 500 Nachrichten pro Tag limitiert und werden bei Überschreiten gesperrt. Zudem erwarten die Betreiber einen bidirektionalen Datenverkehr. SMS mit wiederholten URLS und Schlüsselwörtern werden von den Filtern ebenfalls blockiert.
  • Für A2P und Massen SMS verwenden Sie lieber Shortcodes, wobei die Netzbetreiber T-Mobile und Sprint hier stark filtern. Alternativ können Sie über gebührenfreie Nummern in die USA senden, die per direkter HTTP API übertragen. US-Codes können allerdings nicht für Kanada verwendet werden. Stattdessen werden Unicode und binäre Formate besser unterstützt. Auch gibt es keine Begrenzungen im Sinne maximalen Durchsätze für Shortcodes und gebührenfreie Nummern.

Soziale Einladungen scheinen außerdem recht schwierig zu sein, wenn auch nicht offiziell verboten. Anders Finanzierungsangebote – diese sind für Shortcode-Absender nicht erlaubt.

SMS nach Australien und Neuseeland

Australien ist ein extrem komplexer Markt, insbesondere für internationale SMS. Zahlreiche Filter drängen die billigen SS7-Netzwerke immer weiter ab. Eine stabile und direkte API ist daher unerlässlich für die erfolgreiche Zustellung von SMS. Für Absender-IDs sowie Inhalte und Codierung gibt es keine speziellen Beschränkungen.

In Neuseeland dagegen werden internationale Absender-IDs zum Teil durch lange, virtuelle Nummern ersetzt, um die Zustellung zu gewährleisten. Für rein transaktionale Anwendungen mit mehr als 25.000 SMS pro Jahr empfiehlt es sich, eine solche Nummer vorab zu registrieren. Andernfalls werden IDs auch durch lokale Shortcodes ersetzt. Inhaltlich zu beachten ist nur, dass in Neuseeland Inhalte mit sozialen Einladungen unzulässig sind.

Dies sind jedoch nur einige länderspezifische Hinweise. Zudem sollten Sie Ihr SMS Marketing stets auf aktuelle Vorgaben und Pflichten seitens des Empfängerlandes prüfen, damit Ihre internationale Kommunikation keine Missverständnisse hervorruft, sondern nur zufriedene Kunden.

Zusammenfassung: Unsere Hinweise für internationale SMS Kampagnen

  • Absender-ID

    Achten Sie darauf, welche Formate (numerisch und/oder alphanumerisch bzw. dynamisch) zulässig sind. Welche Besonderheiten – wie z.B. keine Leerzeichen – müssen berücksichtigt werden?

  • Inbound SMS

    Nutzen Sie wenn möglich virtuelle oder physische Rufnummern als Absender ID. Bei Bedarf können Sie parallel einen Rückkanal für Feedback etc. implementieren und so Ihren Service optimieren.

  • Opt-in & Opt-out

    Berücksichtigen Sie die jeweiligen Vorschriften für Anmeldungen bzw. Abmeldefunktionen. Diese sind in der Regel gesetzlich verankert. Unabhängig davon sollten Sie Ihren Kunden jedoch stets die Wahl lassen, sich in Ihre Verteiler einzutragen oder auf Wunsch entfernen zu lassen. Dies fördert das Image Ihres Unternehmens und macht Ihr Angebot seriöser.

  • Zeitfenster

    In einigen Ländern ist es üblich, zum Teil sogar Vorschrift, bestimmte Zeiten für Direktmarketing einzuhalten. Diese sind in der Regel wochentags zwischen morgens und abends. Andere Sendezeiten werden womöglich als störend empfunden und werfen am Ende ein schlechtes Licht auf Ihre Kampagne.

  • Vertrauen

    Gewinnen Sie das Vertrauen Ihrer Kunden, in dem Sie deren Sprache sprechen. Das heißt, übersetzen Sie Ihre Botschaft in die Sprache der Empfänger, beachten Sie aber auch Alter, Geschlecht und andere spezifische Merkmale. Eine personalisierte Anrede baut außerdem Kundennähe auf.

  • Inhalte

    Achten Sie auf Zensuren. Welche Inhalte sind im Land des Empfängers verboten? Spam, Phishing und Missbrauch von Marketing schaden ohnehin nur Ihrem Unternehmen.

Mit besten Grüßen
Ihr seven Team

Headerbild von geralt via pixabay.com

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